

Im Sommer ist die Sache klar.
Ich stehe morgens auf, schlüpfe in meine kurzen Laufhosen, ziehe ein T-Shirt an und los geht’s. Draussen ist es schon hell. Die Luft ist angenehm, die Vögel zwitschern und die Welt scheint noch ein bisschen langsamer zu laufen.
Ich liebe diese frühen Morgenstunden. Die Ruhe. Das Licht. Dieses Gefühl, schon etwas für mich getan zu haben, bevor der Rest des Tages überhaupt richtig losgeht.
Und dann kommt der Herbst. Plötzlich ist es draussen dunkel. Kalt. Ungemütlich.
Ich stehe vor dem Fenster, schaue hinaus und denke: Muss das jetzt wirklich sein?
Dabei weiss ich doch, wie gut mir das Joggen tut. Ich bin stolz, dass ich draussen war. Und ich mag dieses Gefühl, mir selbst etwas Gutes getan zu haben.
Nur der Weg vom warmen Bett nach draussen fühlt sich plötzlich an wie eine kleine Expedition in die Arktis.
Wenn die Motivation plötzlich Sommerpause macht
Natürlich könnte ich auch tagsüber joggen gehen. Theoretisch eine gute Idee. Praktisch habe ich darauf ungefähr null Bock. Ich mag das Joggen am Morgen. Genau dann, wenn die Strassen noch ruhig sind und ich den Tag für mich ganz allein beginnen kann. Tagsüber passt es mir nicht, und ich weiss jetzt schon, dass ich es wahrscheinlich immer wieder verschieben würde. Also sitze ich da und überlege. Welche Hose ist warm genug? Reicht die Jacke? Brauche ichHandschuhe? Ist es draussen wirklich so kalt, wie es aussieht? Ich könnte vermutlich einen kleinen Ratgeber über die richtige Herbst-Jogging-Ausrüstung schreiben. Nur eines mache ich nicht: die Laufschuhe schnüren.
Schon verrückt, wie viel Energie wir manchmal darauf verwenden, über eine Sache nachzudenken, die wir eigentlich einfach tun möchten.
Und während ich noch überlege, wird es draussen auch nicht wärmer.
Vielleicht bin ich gar nicht unmotiviert
Ich könnte mir jetzt sagen, dass ich einfach disziplinierter sein muss. Dass ich mich nicht so anstellen soll. Dass andere schliesslich auch bei Kälte joggen gehen.
Aber hilft mir das wirklich? Vielleicht habe ich mich einfach noch nicht auf die neue Jahreszeit eingestellt. Im Sommer musste ich kaum etwas vorbereiten. Kurze Hose,T-Shirt, Schuhe an und los. Jetzt brauche ich mehr Kleidung, muss mich wärmer anziehen und mich erst einmal überwinden, die gemütliche Wohnung zu verlassen. Die Rahmenbedingungen haben sich verändert. Meine Gewohnheit ist noch dieselbe.
Vielleicht brauche ich nicht mehr Motivation. Vielleicht brauche ich eine neue Lösung für eine neue Situation.
Und plötzlich wird aus der Frage «Wie werde ich wieder disziplinierter?» eine viel hilfreichere Frage: «Wie kann ich mir den Einstieg leichter machen?»
Ich muss nicht gegen mich arbeiten
Vielleicht lege ich meine Laufsachen am Abend bereit. Die lange Hose, die Jacke, die Schuhe. Alles griffbereit, damit ich morgens nicht erst eine Grundsatzdiskussion mit meinem Kleiderschrank führen muss. Vielleicht ziehe ich mich direkt nach dem Aufstehen an, bevor mein Kopf die erste Sitzung einberuft. Und vielleicht nehme ich mir für den Anfang einfach eine kürzere Runde vor. Nicht als Trick, um mich zu überlisten, sondern weil ich wieder in meinen Rhythmus finden möchte. Ich muss nicht genauso joggen wie im Sommer. Ich darf meinen Morgen an den Herbst anpassen.
Das klingt unspektakulär. Ist es auch. Aber vielleicht liegt genau darin der Unterschied: Ich höre auf, mich dafür zu verurteilen, dass mir etwas plötzlich schwerer fällt. Und fange stattdessen an, herauszufinden, was ich brauche, damit es wieder leichter wird.
Das gilt übrigens nicht nur fürs Joggen
Vielleicht kennst du das auch aus anderen Bereichen. Du möchtest endlich wieder regelmässig kochen, aber dein Alltag sieht gerade ganz anders aus als noch vor ein paar Monaten. Du willst dir Zeit für dich nehmen, aber die Bedingungen haben sich verändert. Oder du hast dir etwas vorgenommen, das dir eigentlich wichtig ist – und wunderst dich, warum du plötzlich nicht mehr ins Handeln kommst. Schnell sind wir mit einem Urteil zur Stelle: zu faul, zu undiszipliniert, zu wenig motiviert. Dabei übersehen wir manchmal, dass sich etwas verändert hat und unsere bisherige Lösung nicht mehr richtig passt. Vielleicht musst du dich nicht stärker antreiben. Vielleicht darfst du genauer hinschauen. Was macht es dir gerade schwer? Was hat sich verändert? Und was würde dir helfen, wieder anzufangen? Nicht jede Schwierigkeit braucht mehr Disziplin. Manchmal braucht sie einfach eine andere Herangehensweise.
Und morgen früh?
Ich werde meine langen Laufhosen und die Jacke heute Abend bereitlegen. Ob ich morgen beim Aufstehen sofort begeistert aus dem Bett springe? Eher unwahrscheinlich. Aber ich muss auch nicht begeistert sein, um loszugehen. Ich darf es mir leichter machen. Ich darf klein anfangen. Und ich darf akzeptieren, dass der Herbst andere Bedingungen mitbringt als der Sommer. Denn ich weiss ja, warum ich gerne jogge. Ich muss mir das nicht jeden Morgen neu beweisen.
Zwei Fragen für dich:
Wo in deinem Leben versuchst du gerade, mit deiner altenSommerlösung durch den Herbst zu kommen?
Und was würde sich verändern, wenn du aufhörst, dich selbst anzutreiben – und stattdessen eine Lösung findest, die zu deiner aktuellen Situation passt?
Du musst nicht immer mehr aus dir herausholen. Manchmal reicht es, anders anzufangen.
Dein Leben. Deine Entscheidung.
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October 7, 2026
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July 12, 2026
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*Meine Begleitung ist kein Standard-Coaching, sondern fundierte Gesundheitsarbeit. Sie basiert auf dem wissenschaftlichen Standard des Personal Health Coachings der Universität Basel und ist EMR zertifiziert (Methode Nr. 153).
Das bedeutet für dich: Du profitierst von einer Methodik auf klinischem Niveau, die von den meisten Schweizer Zusatzversicherungen anerkannt wird. Um dich ganzheitlich zu unterstützen, verbinde ich diesen klinischen Ansatz mit spezialisiertem Fachwissen als Dipl. Medical Trainerin, Dipl. Mental Coachin und Zert. Ernährungsberaterin. Durch regelmässige Weiterbildungen stelle ich sicher, dass ich immer nach den aktuellen Erkenntnissen aus der Gesundheitsforschung arbeite.